• Zukunftsfähig mit VERÄNDERUNGSINTELLIGENZ®: agiler - innovativer - unternehmerischer /
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Ambidextrie - Die beidhändige Organisation

Muss jetzt alles und jeder gleichermaßen agil sein? Ist jetzt alles VUKA? Nein! Diese klare Antwort gibt Autorin Antje Freyth und zeigt mit dem Ambidextrie-Konzept einen differenzierten Weg auf.

Herausforderung Ambidextrie für etablierte Unternehmen

Etablierte Unternehmen haben in der Regel eine „Erbschaft", die es in der Regel nicht ermöglicht, in der VUKA-Welt alle bisherigen organisationalen Mechanismen zu verwerfen und wie junge Start-up Unternehmer eine radikal neue Organisationsform auf die „grüne Wiese zu stellen". In vielen Bereichen bieten die effizienz- und qualitätsorientierten etablierten Strukturen und Prozesse auch weiterhin einen unverzichtbaren Wert.

Andererseits erfordert die VUKA-Welt und die Notwendigkeit zur digitalen Transformation die Überwindung der Trägheit dieser traditionellen Organisationsformen und Managementprinzipien. Hierzu sieht das Konzept der Ambidextrie die Etablierung eines zweiten parallelen „Betriebssystems" vor. Während es in der effizienzorientierten Organisation darum geht, kontinuierlich das Bestehende zu optimieren, geht es in der parallelen Organisation darum, immer wieder durch radikale Innovation bzw. neue Geschäftsmodelle die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Die Herausforderung dieser Beidhändigkeit (Ambidextrie) liegt als darin, beides gleichzeitig zu beherrschen: Bestehendes zu optimieren und Neues aufzubauen. Die Kunst liegt hier in der guten Balancierung der unterschiedlichen Prinzipien, die dazu auf beiden Seiten für den Erfolg wichtig sind.

Ambidedextrie: Balancierung verschiedener Prinzipien

Ambidextrie - Die beidhändige Organisation

Formen der Ambidextrie: strukturelle Ambidextrie und kontextuelle Ambidextrie

Ambidextrie kann dabei in verschiedenen Formen im Unternehmen implementiert sein. Hier gilt im Einzelfall gut zu prüfen, was zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen am sinnvollsten ist.

  • Strukturelle Ambidextrie
    Hier werden für die eine Art und die andere Art der Problemlösung jeweils spezialisierte Strukturen erschaffen. Aufbauend auf dem Grundgedanken der funktionalen Organisation werden hier im Unternehmen organisatorische hierarchische Subsysteme und netzwerkorientierte Bereiche oder interne Unternehmerteams getrennt voneinander implementiert.
  • Kontextuelle Ambidextrie
    Hier finden sich in einem Organisationsbereich beide Arten von Managementprinzipien. Die besondere Herausforderung liegt dann darin, je nach Kontext, je nachdem was die Aufgabe gerade verlangt, welches Problem gerade zu lösen ist zwischen links und rechts zu wechseln. Dies erfordert eine hohe Flexibilität von Führungskräften und Mitarbeitern.

 

Paradoxien der Ambidextrie

Durch diese Parallelität der notwendigen, aber wirtschaftlich lange nicht belastbaren Investition in strategische Innovationen auf der einen Seite und dem profitablen, effizienzorientierten Optimieren des Kerngeschäfts auf der anderen entstehen zwangsläufig Paradoxien und Widersprüche in der Organisation, die erklärungsbedürftig sind. So kann typischerweise auf der linken Seite streng an der Kostenschraube gedreht werden und sogar Personal abgebaut werden, während auf der rechten Seite scheinbar großzügig Geld für unsichere Experimente ausgegeben wird und Personal aufgebaut wird. Auf der einen Seite führen die Führungskräfte nach teilweise völlig anderen Prinzipien als auf der anderen Seite – als Voraussetzung, um jeweils erfolgreich zu sein. Hier gilt es, den Widerspruch mitzudenken. In unserer Beratung erleben wir immer wieder den Wert, die jeweils unterschiedlichen Prinzipien im Unternehmen mit Führungskräften und Mitarbeitern zu klären. Die dahinter liegende Sinnhaftigkeit muss aktiv ins Unternehmen kommuniziert werden, um unproduktive Konflikte zu minimieren.

Vertiefende Informationen finden Sie dazu in unserem aktuellen Buch:

G.H. Baltes, A. Freyth (Hrsg.), Veränderungsintelligenz -
Agiler, innovativer, unternehmerischer den Wandel unserer Zeit meistern
Springer Gabler Verlag 2017 ISBN-13: 978-3658048884

Schlagworte zu diesem Artikel:
Ambidextrie, VUKA, beidhändige Organisation, agil, paralleles Betriebssystem, Trägheit traditioneller Organisation, radikale Innovation, Zukunftsfähigkeit, digitale Transformation, strukturelle Ambidextrie, kontextuelle Ambidextrie, Balance, Paradoxien, Widersprüche

10.11.2017


© Veränderungsintelligenz ® GmbH

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